Warum junge Menschen im Business wieder „siezen“ möchten
Gerade durfte ich für die Sendung Taff auf Pro 7 ein Interview zur Frage geben:
Warum wünschen sich junge Menschen im beruflichen Kontext wieder das „Sie“ zurück?
Eine spannende Entwicklung.
Denn jahrelang galt das „Du“ als modern, nahbar und zeitgemäß.
Doch jetzt sehnt sich die junge Generation wieder nach mehr Distanz, Klarheit und Professionalität.
Aus meiner Sicht hat das zwei wesentliche Gründe.
Der erste Grund:
Wir erleben aktuell massive Generationenkonflikte.
Babyboomer, Generation X, Y, Z und Alpha treffen heute gleichzeitig im Berufsleben aufeinander, mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Arbeit, Kommunikation, Tempo, Technologie, Loyalität und Menschlichkeit.
Und genau hier wird das „Du“ oft schwierig.
Denn das „Du“ ist persönlicher, Konflikte werden schneller emotional.
Man bezieht Kritik oder Unverständnis stärker auf sich selbst.
Das „Sie“ schafft dagegen Abstand. Macht es professioneller.
Und es erlaubt, unterschiedlicher sein zu dürfen, ohne dass alles sofort persönlich wird.
Der zweite Grund geht tiefer:
Das „Du“ impliziert Nähe.
Und Nähe bedeutet:
Ich interessiere mich für dich.
Ich sehe dich.
Ich bemühe mich, dich zu verstehen.
Ich habe Mitgefühl.
Wenn genau das im berufichen Kontext fehlt, dann entsteht etwas Schmerzhaftes:
Ein falsches „Du“.
Menschen spüren intuitiv, wenn das „Du“ nur Fassade ist, keine echte Verbindung dahinterliegt.
Und genau dann wünschen sich viele das „Sie“ zurück, weil es sich oft respektvoller und ehrlicher anfühlt.
Vielleicht geht es am Ende gar nicht um „Du“ oder „Sie“.
Sondern darum, wie wir miteinander umgehen und wie enrsthaft wir aneinander interessiert sind.
Wie siehst du das?
Sobald das Interview erschienen ist, teile ich es hier mit dir.
Herzlichst
Tatjana